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VDI 2077

Im ERAS2 haben Sie die Möglichkeit, eine Korrektur der Heizkostenabrechnung nach VDI2077, Blatt 3.5 durchzuführen. Das System nutzt dabei die Rohrwärmekorrektur nach dem Bilanzverfahren. Maßgeblich hierbei ist folgendes Entscheidungsschema aus der VDI 2077

Hierbei werden in ERAS2 folgende Elemente mit einbezogenen:

gemessene Verbrauchswerte : Hierbei werden die Ergebnisse der Abrechnung ermittelt. Relevant für die Korrektur sind die Werte der Heizkosten und Warmwasser.

rw : Die Erfassungsrate oder auch Verbrauchswärmeanteil. Sie beschreibt das Verhältnis der über HKV gemessenen Einheiten (in kWh) zu den kWh der Heizwärme. Für eine Korrektur nach VDI 2077 darf dieser Wert maximal 0,34 oder 34% betragen.

max(Mt) : Der theoretischer Mehrbelastungsgrad ist die höchste prozentuale Mehrbelastung eines Nutzers, wenn die Korrektur nicht angewandt wird. Dieser Wert sollte mindestens 0,1 oder 10% betragen.

Sv : Standardabweichung der normierten, flächenbezogenen Verbrauchswerte. Für eine Korrektur sollte dieser Wert mindestens 0.85 betragen.

v(med) : Median der normierten, flächenbezogenen Verbrauchswerte. Für eine Korrektur sollte dieser Wert 0.9 nicht überschreiten.

v(max) : der Maximalwert der normierten, flächenbezogenen Verbrauchswerte. Ist dieser Wert mindestens 3.0, so kann eine Korrektur nach VDI 2077 erfolgen.

ERAS2 hindert Sie in keinem Fall, eine Korrekturabrechnung durchzuführen. Die genannten Kenngrößen werden Ihnen im Programm hergeleitet und ausgewiesen. Ebenso wird anhand des o.g. Entscheindungsweges eine Empfehlung gegeben. Die letztendliche Entscheidung trifft der Anwender

Durchführung der Korrekturabrechnung nach VDI 2077

Führen Sie zunächst wie gewohnt eine Abrechnung in ERAS2 durch. Nach der Überprüfung aller Meldungen und ggf. Korrekturen, wechseln Sie auf den Reiter VDI 2077

Sie gelangen nun zur Kalkulationsseite, in der die Korrekturrechnung ermittelt und geprüft wird.

Auf der linken Seite finden Sie im farblich unterlegten Bereich, die Kalkulationsseite. In ihr sind zunächst alle Einheiten in kWh umgerechnet dargestellt und ebenso der ermittelte Energieverbrauch für die Warmwasseraufbereitung. Sollten Sie unterschiedliche Energieverwerter im Objekt haben (z.B. BHKW etc.), so können Sie dies am Anfang der Seite einstellen.
Vom Hersteller der HKV sollten Sie die Information über die Basisempfindlichkeit der Messgeräte erfahren können. Diese werden nun benötigt, um die Berechnungen durchzuführen. Für einen ersten Versuch können Sie hier auch mit '1,0' starten. Tragen Sie diesen Wert ein und drücken Sie auf den Button Berechnen

ERAS2 führt nun die eigentliche Berechnung durch. Zunächst werden aus den tatsächlich gemessenen Einheiten und der Basisempfindlichkeit die gemessenen kWh ermittelt. Zu allen Rechenschritten, sehen Sie neben den Ergebnisfeldern, die zugrunde liegende Kalkulation. Anschließend wird ermittelt, welchen Anteil die umgerechneten ermittelten kWh an der Heizwärme haben (Verbrauchswärmeanteil oder Erfassungsrate). Dieser Wert sollte die 34% nicht überschreiten. Gemäß VDI 2077 liegt der Bemessung eine Plausibiltätsgrenze von 43% zu Grunde. Die Differenz aus dieser Plausibilitätsgrenze und dem Verbrauchswärmeanteil ergibt den Anteil der Korrektur. Aus der Heizwärme (kWh Heizung) und den Anteil der Korrektur (hier z.B. 24.02%) werden die zusätzlichen Einheiten ermittelt, die (kalkulatorisch) über die Rohrwärme abgegeben und nicht gemessen wurden. In dem o.g. Beispiel sind die 7.732,735 Einheiten , welche schließlich über die Flächenanteile der Nutzer verteilt wird.
Die Heizkosten im Gesamtobjekt haben sich nun nicht verändert, wohl aber die verteilten Einheiten. Statt ursprünglich 6.112,040 Einheiten werden nun (6.112,040 Einheiten + 7.732,735 Einheiten ) = 13.844,775 Einheiten im gesamten Objekt verteilt. Dadurch ändert sich der Einheitspreis und über die neu verteilten Einheiten verschieben die Anteile, die die Nutzer an den Gesamtheizkosten haben.

Das Ergebnis der Neuberechnung, wird Ihnen auf der rechten Seit dargestellt:

In der Tabelle Simulation, sehen Sie die Auswirkungen auf Nutzerebene der neu verteilten Einheiten:

In der Spalte Verbrauch sehen die Einheiten ohne VDI2077-Korrektur. In der Spalte mit VDI2077 entsprechend den Verbrauch mit zusätzlichen Einheiten. Aus diesen Werten und dem neuen Einheitspreis (VDI2077 EP) ergibt sich eine entsprechende Differenz zur Abrechnung ohne VDI 2077. Diese kann negativ (Guthaben) oder positiv (Nachzahlung) sein. Ist der sich daraus ergebende Prozentsatz (Mehrbelastungsgrad) größer oder gleich 10%, so entspricht dies den Kriterien der VDI 2077 und das Feld wird grün hinterlegt.

Sie haben über die Buttons PDF Export bzw. Excel Export die Möglichkeit, die Simulationstabelle entsprechend zu exportieren.

Unterhalb der Simulation sehen Sie die einzelnen Prüfungen gemäß dem obigen Schaubild:

Die einzelnen Prüfungsschritte können Sie mit den ermittelten Werten nachverfolgen. Wenn eine Prüfung positiv ausfällt, wird dieser Schritt mit grün gekennzeichnet. Ist er fehlerhaft, so wird der Schritt mit rot gekennzeichnet. Abschließend erhalten Sie das zusammengefasste Ergebnis de Prüfungen.
Es ist eine Korrektur gemäß VDI 2077 möglich oder Es wird keine Korrektur gemäß VDI 2077 empfohlen

ERAS2 wird eine Korrektur technisch nicht verhindern. Somit ist das Ergebnis lediglich eine Empfehlung. Uns ist sehr wohl bewusst, dass es Grenzsituationen gibt, wo der Eigentümer/Kunde eine Korrekturabrechnung gemäß VDI 2077 wünscht, auch wenn die Kriterien nicht erfüllt sind.

Wenn Sie alle Prüfungen durchlaufen haben, die Werte in der Simulation geprüft haben, können Sie die Korrektur als Direktkostenposition in die Abrechnung einfügen lassen.

VDI2077 Korrekturen setzen

Klicken Sie dazu auf den Button VDI2077 Korrekturen setzen. Die Direktkostenpositionen gemäß der Simulation werden beim jeweiligen Nutzer eingefügt und es erfolgt automatisch eine neue Abrechnung, so dass die Werte auch festgeschrieben sind.

Sie haben über den Button Anlage anzeigen die Möglichkeit, sich die entsprechende Anlage zur Einzelnutzerabrechnung anzeigen zu lassen. Diese schlüsselt für den Nutzer nochmals alle relevante Kenngrößen der Korrekturabrechnung auf.

Aus der Anzeige können Sie den Ausdruck, aber auch die Archivierung der Belege starten.

VDI 2077 Korrektur entfernen

Wenn Sie die Direktkostenpositionen aus der Abrechnung entfernen möchten, klicken Sie auf den Button VDI2077-Korrekturen entfernen. Die entsprechenden Positionen werden entfernt und es wird ebenfalls eine erneute Abrechnung gestartet, um diesen Stand in der Abrechnung festzuschreiben.